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Rauchmelder werden zur Pflicht in Berlin

Brandschutz ist ein wichtiges Thema in Wohngebäuden aber auch öffentlichen Einrichtungen und Gebäudeimmobilien. Rauchmelder sind zwar ein sinnvolles Produkt in Sachen Brandschutz, dennoch waren sie bisher nicht überall Pflicht. Das Berliner Abgeordnetenhaus hat hier jetzt allerdings nachgezogen und Rauchmelder in allen Wohnräumen sowie Schlaf- und Kinderzimmern zur Pflicht gemacht. Die Küche ist dagegen von der Pflicht ausgenommen, da Herd und Backofen schnell einen Fehlalarm auslösen können. Für Neubauten ist die Verordnung bereits verbindlich, doch bis 2020 sollen auch alle älteren Wohnungen in Berlin mit Rauchmeldern ausgerüstet sein.

Mit seiner Entscheidung ist Berlin eines der letzten Bundesländer, das die Installation der Rauchmelder zur Pflicht erklärt. Viele der anderen Länder sind hier bereits deutlich weiter und hatten, wie auch Berlin, mit den ersten Gegenwinden zu kämpfen. In Köln beispielsweise ist ein Mieter vor Gericht gezogen, da er sich durch den Einbau der intelligenten Rauchmelder in seiner Wohnung überwacht fühlte. Auch in Berlin wurden diese Bedenken geäußert, da Viele den Datenschutz bei Rauchmeldern mit einer Fernüberwachung bedroht sehen. In Köln hatte der Mieter keinen Erfolg, da nicht nachgewiesen werden konnte, inwiefern die Rauchmelder tatsächlich Daten über ihn sowie seine Verhaltensweisen sammeln und an Dritte weiterleiten. Dennoch wurde klargestellt, dass gerade bei den immer intelligenter werdenden Geräten das Thema Datenschutz keinesfalls vernachlässigt werden dürfte. Eine Fernüberwachung bringt ihre Vorteile, da meist keine Wartungstermine u. ä. vereinbart werden müssen. Dennoch dürfen diese nicht zum Nachteil für die Mieter werden.

Berliner Feuerwehr hatte Rauchmelderpflicht bereits lange gefordert

Die Feuerwehren Berlins sind erleichtert, dass die Pflicht Rauchmelder zu installieren, endlich auch für die Bundeshauptstadt beschlossen wurde. Sie sieht den Nutzen der Melder insbesondere in der Nacht, da dann die meisten Brandopfer verzeichnet werden. Oft sind nicht die Verbrennungen das Problem, sondern die giftigen Dämpfe. Viele Menschen ersticken einfach, da sie die im Schlaf drohende Gefahr nicht riechen können. Rauchmelder warnen mit einem lauten Piepton, der betroffene Opfer aufweckt und so Leben retten kann.

Gerade in der Weihnachtszeit nimmt die Brandgefahr aufgrund der Adventsgestecke und Weihnachtsbäume noch einmal deutlich zu. Jedes Jahr verzeichnet die Feuerwehr rund 30 bis 40 Brände, die ausschließlich auf diese Ursachen zurückgeführt werden können. Mit Rauchmeldern sinkt die Gefahr deutlich, da Brände von Bewohner früher erkannt und ggf. sogar selbst gelöscht werden können. Jedem ist bewusst, dass mit der Rauchmelderpflicht auch Kosten entstehen, wobei schon geklärt ist, dass die Kosten zunächst vom Vermieter getragen werden sollen, aber auf die Miete umgelegt werden dürfen.

Wichtiger ist es jedoch, die Risiken dem Einzelnen bewusst zu machen, zumal die Kosten für die Sicherheit vergleichsweise gering sind. Rauchmelder kosten mit Beschaffung und Installation rund 115 € und dann noch einmal 30 € pro Jahr für die Wartung. Nach Ansicht der Berliner Feuerwehr sind dies vertretbare Kosten im Vergleich für den Vorteil des besseren Brandschutzes.